Icod de los
Vinos und Garachico (Nordwesten Teneriffa)
Der Nordwesten von Teneriffa ist im Gegensatz zum Süden oder zum
zentralen Norden um Puerto de la Cruz touristisch wesentlich weniger
erschlossen. Das liegt vor allem am regenreicherem Klima: Die
Pauschaltourismusindustrie verlangt nach Gebieten mit verläßlichem
sonnigen Wetter 12 Monate im Jahr. Im Nordwesten ist dafür die
Landschaft grüner und abwechslungsreicher. Wer kanarisches
Kleinstadtleben und Dorfleben kennenlernen will ist hier richtig.
Es gibt kaum Hotels, jedoch viele Restaurants und andere
touristische Infrastruktur für Tagesausflügler. Alle großen
Urlaubsorte auf Teneriffa bieten Bustouren in die Gegend an. Ich
habe zwei Orte im Nordwesten besucht: Icod de los Vinos und
Garachico.
Icod de los Vinos: Die Kleinstadt, wenige
Kilometer vom Meer entfernt, ist der zentrale Ort der Gegend. Icod
de los Vinos (in Busfahrplänen usw. oft kurz: Icod) hat auf den
ersten Blick nicht besonders zu bieten. Massiver
Durchgangsverkehr, häßliche moderne Betonarchitektur und kleinere
Industriebetriebe bestimmen das Stadtbild. Fast alle ausländische
Besucher kommen wegen einer Attraktion nach Icod de los Vinos:
Einem Baum, der eigentlich keiner ist.
Der mindestens 1000 Jahre alte und 17 Meter hohe Drachenbaum
von Icod de los Vinos begeistert schon seit Jahrhunderten
Botaniker und Laien. Der Drachenbaum (Drago milenario) ist
botanisch kein Baum, sondern eine Agave. Normalerweise wird ein
Drachenbaum wenige Meter hoch und maximal einige Hundert Jahre
alt. Warum das Agavengewächs in Icod de los Vinos so hoch und so
alt ist weiß niemand. Nachdem man sich das Monster angeschaut hat,
versteht man warum um die Pflanze soviel Rummel gemacht wird. Vom
Busbahnhof ist der mächtige Drachenbaum nur wenige 100 Meter
entfernt. Verläßt man den Omnibusbahnhof geht man links und an der
ersten Kreuzung an der Tankstelle rechts hoch. Nach wenigen Metern
sieht man einen Park auf der linken Seite. Von der Rückseite
dieses Parks hat man einen kostenlosen Blick auf den "Baum". Wer
näher hin will, muß einige Euro Eintritt bezahlen. Der Baum zieht
so viele Besucher an, daß selbst eine Bimmelbahn vom Zentrum von
Icod de los Vinos zum Drago Milenario fährt.
Garachico: Fährt man von Puerto de la Cruz nach
Garachico, erkennt man schon von Weitem die Stadt unten im Tal am
Meer gelegen. Garachico war einst die bedeutendste Stadt auf
Teneriffa. 1706 war es damit auf tragische Weise auf einen Schlag
vorbei: Der Vulkan Teide im Zentrum Teneriffas brach aus und die
heißen flüssigen Lavamassen überschwemmten Garachico. Die Stadt
wurde völlig zerstört. Man baute Garachico zwar wieder auf, jedoch
erholte sich die Stadt von der Katastrophe nie. Sie ist bis heute
ein kleiner, bedeutungsloser Provinzort.
Im alten Hafen sieht man noch heute die Lavamassen. Ideenreich
hat man Wege durch die Lava und Leitern ins Meer gebaut. Zwischen
den schroffen, schwarzen Lavahügeln zu schwimmen ist sehr beliebt.
Ansonsten hat die Stadt eine schöne, autofreie Innenstadt und eine
sehr angenehme Atmosphäre zu bieten. Viele Andenkenläden verkaufen
extrem kitschige Souvenirs zu Thema Vulkan. Die Restaurants
entlang der Straße am Meer haben einen durchweg guten Ruf und
erschwingliche Preise.
Busverbindung: Der Buslinie 363 verbindet Puerto de la
Cruz halbstündig mit Icod de los Vinos. Einmal die Stunde fährt
der Bus weiter über Garachico nach Buenavista del Norte. In
Richtung Westen fährt der Bus von Puerto de las Cruz zur vollen
Stunde ab. In Richtung Osten jeweils um Viertel vor von Garachico
und zur vollen Stunde von Icod de los Vinos. Vom zentralen
Busbahnhof von Icod de los Vinos fahren viele andere Linienbusse
in alle möglichen Orte im Norden und Westen von Teneriffa. Zum
Beispiel fährt alle 2 Stunden ein direkter Bus in die Hauptstadt
Santa Cruz.
Kleiner Film über Icod
de los Vinos, den Drachenbaum und einiges mehr
Der
Drachenbaum in Icod de los Vinos
Der Drachenbaum ist
die Attraktion in Icod de los Vinos
Im Souvenirladen neben
dem Baum gibt es viel Kitsch zum Thema Drachenbaum und
Teneriffa
Man kann im
Souvenirladen kostenlos die bekannten kanarischen Mojosoße
probieren
Der Park um den
Drachenbaum ist schön, der Rest der Stadt kaum sehenswert
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