Im Nordosten von Teneriffa liegt eine 20 km Lange und etwa 10
km breite Landzunge östlich der Hauptstadt Santa Cruz und der
Universitätsstadt La Laguna. Beliebt ist die abgelegene Region vor
allem bei Wanderern. Das Anaga-Gebirge ist eines der
Hauptwandergebiete auf der Insel Teneriffa. Einige kleinere
Badeorte ziehen eine vergleichsweise geringe Zahl von
Pauschaltouristen an. Wer dem Rummel im Süden oder um Puerto de la
Cruz entfliehen will, erlebt hier das andere Teneriffa: Die Gegend
ist geprägt von Landwirtschaft, Tradition, Gebirge und schmalen
Straßen, die in Serpentinen über die Berge führen. Das
regenreichere und vor allem sonnenarme Wetter schreckt
Badetouristen ab. Für die Touristen wird jedoch viel getan:
Wanderwege sind gut ausgeschildert, Busverbindungen wurden
eingerichtet.
San Andres: Dieser Ort ist eigentlich ein Vorort der
Hauptstadt Santa Cruz. In San Andres ist der vielleicht schönste
Strand von Teneriffa. Der Playa Las Teresitas ist ein etwa 3 km
langer Stand mit goldgelben Sand. Wer Teneriffa kennt, sieht
sofort daß der Sand von anderswo importiert wurde. Die Farbe des
Sands paßt nicht zur Vulkaninsel. Es ist der Badestrand der
Hauptstädter. Alle 10 Minuten bringt die Buslinie 910 Badegäste
vom Busbahnhof von Santa Cruz. San Andres ist ein Fischerort. Es
soll hier den besten frischen Fisch der Insel geben. Zahlreiche
gute Fischrestaurants laden Einheimische und die wenigen Touristen
in der Gegend ein.
Der Strand Playa Las Teresitas in San
Andres
Anaga- Gebirge
Die Halbinsel östlich von Santa Cruz ist extrem gebirgig und
dünn besiedelt. Viele wilde Schluchten, Berge und abgelegene
Dörfer erfreuen die überwiegend deutschen Wanderer. Auch
Küstenwanderungen entlang der Nordküste sind sehr beliebt.
Schöne Wanderung: Ein beliebtes Ziel ist das Höhlendorf
Chinamada. Die Einwohner haben ihre Häuser in den Berg hinein
gebaut. Das Dorf liegt sehr abgelegen in den Bergen. Es ist nicht
mit dem Bus und nur schwer mit dem Auto zu erreichen. Chinamada
ist jedoch sowohl vom Meer (Punta del Higalgo) als auch von den
Bergen (Las Carboneras) zu Fuß zu erreichen. Somit bietet sich
eine der schönsten Wanderungen im Anaga-Gebirge an: Man fährt am
Morgen von Santa Cruz mit dem Bus nach Las Carboneras und wandert
nach Chinamada. Am Nachmittag geht man weiter nach Punta del
Higalgo. Gesamtdauer: Circa 4 Stunden, der Weg ist recht einfach,
meist bergab. Wer in die andere Richtung gehen will, sollte sich
vorher einen Busfahrplan besorgen. Von oben fahren wesentlich
weniger Busse ab als vom Küstenort Punta del Higalgo.
Kleines Video vom Anaga-Gebirge (30 sec.)
Nordküste
Taganana ist ein großes Dorf im Anaga-Gebirge. Die
wenigen Touristen sind Wanderer. Viele kommen hierher, weil das
Dorf die besten Busverbindungen in der Gegend hat. Es fahren sechs
Busse täglich von Santa Cruz über San Andres nach Taganana. Das
große Dorf wirkt sehr ursprünglich und hat einige einfache
Tavernen zu bieten. 2 Kilometer hinter Taganana erreicht man das
Meer und den winzigen Ort Roque de Bodegas. Er ist bekannt für
einige gute Restaurants (das beste ist das Fischrestaurant Casa
Pepe, mittlere Preise) und den guten sehr sauberen Strand
(gefährlich Wellen und Strömungen). Will man einen nahezu
touristenfreien Ort erleben, geht man 2 km weiter den Berg hoch
nach Almaciga. In dem Dorf gibt es weder Restaurants noch Bars.
Jedoch findet man einen Lebensmitelladen in einer Garage direkt
hinter der Bushaltestelle. Dort wird für 80 Cent pro Glas der
starke Wein ausgeschenkt, für den das Anagagebirge bekannt ist.
Man kann sich an dem einzigen Tisch in der Garagenkneipe setzten
und ein paar Gläschen probieren, solange man auf den Bus wartet.
Von Almaciga fahren 6 Busse täglich zurück nach Santa Cruz. Die
Garagenkneipe hat sich als Geheimtip und Treffpunkt ortskundiger
deutscher Wanderer entwickelt.
Taganana, der größte Ort im Anaga-Gebirge
Roque
de Bodegas, ein Dorf mit guten Fischrestaurants
Eine
typische Bushaltestelle im Anaga-Gebirge (Teneriffa)