El Hierro wird oft als menschenleer und eher unwirtlich
bezeichnet. Dabei ist die kleinste Insel der Kanaren alles andere als ein ödes
Eiland: sie ist pittoresk, zuweilen auch schroff, und ihre Lage abseits der
großen Touristenströme macht sie gerade für Individualurlauber sehr attraktiv.
Die gerade 278 km² umfassende Insel mit ihren knapp 10.000 Einwohnern hat im
wahrsten Sinne des Wortes herausragende Sehenswürdigkeiten bieten – die über 200
Vulkane, unter denen der Malpaso mit seinen 1.500 m der höchste und
gleichzeitig der größte Berg auf El Hierro ist.
Wäre Valverde nicht die Hauptstadt von El Hierro, würde man sie
wohl als Dorf bezeichnen. Mit ihren holprigen Gassen und kleinen, ländlich
anmutenden Häusern übt Valverde einen spröden Charme aus. Besucher, die für
Stimmungen und Charisma empfänglich sind, schwärmen von dem eigenen Reiz, den
die vom schweren, feuchten Passatnebel eingehüllte alte Kirchenfestung auf den
Betrachter ausübt.
An der Nordwestküste - beinahe genau gegenüber von Valverde - liegt die
Einsiedelei Eremita Virgen de la Pena, die einen wundervollen Blick auf
die halbmondförmige Bucht von El Golfo gewährt. Wer diese liebliche und
fruchtbare Landschaft erblickt, kann sich kaum vorstellen, dass dieses blühende
Stück Erde vor Millionen von Jahren die Innenseite eines riesigen Vulkankraters
darstellte. Vor allem Weinreben gedeihen in dieser überwiegend
landwirtschaftlich genutzten Bucht, die ihr mildes Klima nicht zuletzt der über
1.000 m aufragenden und Schutz bietenden Felswand verdankt. Einen
eindrucksvollen Blick auf El Golfo gewährt auch der nahe bei San Andrés gelegene
Aussichtspunkt Mirador de Jinama. Von dort aus ist ein Abstecher nach
Taibique mit seinen skurril gewachsenen Pinienwäldern lohnenswert. Allein der
von den Pinien verströmte aromatische Duft ist es wert, tief Luft zu holen und
die beeindruckende Natur auf sich wirken zu lassen. Alle diese Ziele sind mit
dem Mietwagen gut zu erreichen, Busverbindungen gibt es jedoch kaum.
Für Freunde eines guten Tropfens ist der Weinort La Frontera auf El
Hierro ein guter Tipp: neben einer Weinprobe, die man in den Bodegas
(Weinkeller) des Weinorts auf El Hierro stilecht genießen kann, ist auch die im
17. Jahrhundert erbaute Pfarrkirche mit ihren alten Statuten durchaus
sehenswert. Hier wird am 2. Februar das Fest „La Candelaria“ (Maria Lichtmess)
gefeiert, das neben der einheimischen Bevölkerung viele Besucher aus allen
Gegenden der Insel anzieht.
Fährt man weiter Richtung Südwesten, erreicht man Sabinosa mit seinen
schwefelhaltigen Thermalquellen, die schon lange von der Nase wahrgenommen
werden, bevor sie ins Blickfeld gelangen. Schwefel stinkt nach faulen Eiern.
In Punta de Orchilla, dem westlichsten Weiler von El Hierro, liegt die
Santuario de la Virgen de los Reyes, die Kapelle der Inselheiligen, wo alle vier
Jahre das berühmte Marienfest in folkloristischer Farbenvielfalt gefeiert wird.
El Hierro muss seine Vorzüge nicht laut anpreisen; die Insel ist das ideale
Urlaubsziel für alle, die das Besondere, Ursprüngliche suchen und sich von der
herben Schönheit dieser einzigartigen Landschaft in ihren Bann ziehen lassen.
Massentourismus gibt es hier kaum. Bis zur Entdeckung von Amerika war El Hierro
der südwestlichste Punkte der bekannten Welt. Christoph Kolumbus legte hier an
um Lebensmittel an Bord zu nehmen, bevor er die Überfahrt in die unbekannte Welt
wagte.
Flughafen El Hierro: Meist nur innerkanarische Flüge
nach Teneriffa, Gran Canaria und La Gomera mit der Gesellschaft Binter Canarias.
Die Flüge kosten etwa 40-80 Euro einfach.
Fähren El Hierro: El Hierro hat nur einen Fährhafen. Der Hafen Puerto de la
Estaca ist etwa 10 km von der Hauptstadt entfernt. Wenn eine Fähre ankommt,
fährt auch ein Bus in die Hauptstadt.
6-mal wöchentlich
(derzeit täglich außer Samstag) verbindet eine Fähre El Hierro mit Los
Christianos im Süden von Teneriffa (Fred Olsen Schnellfähre etwa 2 Stunden
Fahrzeit). 1-mal wöchentlich (Mittwoch) verkehrt das deutliche billigere und
langsamere Fährschiff von Naviera
Armas auf der gleichen Strecke. Einen ungefähren Fahrplan gibt es hier.
Fährfahrplan El Hierro-Teneriffa
. Bei schlechtem Wetter fahren die Schiffe nach El Hierro nicht.
Busverbindungen El Hierro: Busse gibt es sehr wenige auf El Hierro. Leider ist somit
die schöne Insel kaum mit öffentlichen Verkehrmittel zu erkunden. In die meisten
Dörfer fahren zwar Busse, aber nur 1-2 mal pro Tag. Wer das super ausgebaute
Busnetz von Teneriffa oder Gran Canaria benutzt hat, wird auf El Hierro bitter
enttäuscht sein. Aktueller
Busfahrplan von El Hierro hier klicken
Verwaltung El Hierro: Die Insel ist seit 2007 in die
3 Gemeinden Valverde, La Frontera und El Pinar eingeteilt. El Hierro gehört zur
spanischen Provinz Teneriffa. Die Insel bildet jedoch auch einen Inselrat, was
etwa einem Landkreis entspricht. Der Präsident des Inselrats ist der höchte
Politiker auf El Hierro.
Klima auf El Hierro: El Hierro gilt als windige
Insel. Es fällt wesentlich mehr Niederschlag als auf den östlichen Kanaren
Fuerteventura und Lanzarote. Im Norden regent es wesentlich mehr als im Süden,
da die Wolken oft nicht die Berge von El Hierro überwinden können. Der
Temperaturunterschied zwischen Sommer und Winter ist maximal 5 Grad. Der Sommer
ist regenärmer als der Winter. Typische Tagestemperaturen liegen zwischen 18 und
30 Grad.
Flora El Hierro: El Hierro ist nicht so grün wie La
Palma. Wie auf La Gomera und La Palma gibt es in den höheren Regionen
überwiegend Nebelwälder mit vielen Lorberrbäumen. In niedrigen Lagen herrscht
eine karge Landschaft mit Sträuchern und Kakteen vor. Es gibt aber auch eine
Waldabschnitte. Vor allem im Süden von El Hierro gibt es wüstenähnliche
Gegenden.
Tourismus El Hierro: Es ist die am wenigsten
besuchte Insel der Kanaren. Das windige Klima, der Mangel an Strände und hohe
Wellen machen El Hierro ziemlich unattraktiv. Auch ist die Insel schwer zu
erreichen und es gibt nur etwa 2000 Gästebetten. El Hierro ist für Wanderer und
Menschen, die keinen Massentourismus mögen, gut geeignet. Das Preisniveau auf El
Hierro ist ok. Allerdings muß man ein Auto mieten um die ganze Insel anschauen
zu können, da es kaum Busse gibt. Die Insel ist sehr bergig - interessant für
Naturliebhaber sind die Schluchten, Täler, Berge und die Aussichtspunkte.